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Vernochan
Schabrackentapir
 
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Alt Kerzenburg, 15.06.17, 16:29 #2051
Meiner Meinung nach ist das Urteil auch nicht für Veganer gedacht, sondern genau für die andere Seite. Für die Leute, die bei Milchprodukten an... naja.. Milchprodukte denken.

Und ich habe nach wie vor das Gefühl, dass mir vorgeworfen wird ich fände das Urteil jetzt mega geil und wäre total dafür.. Aber vielleicht bekomme ich das auch nur in den falschen Hals
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Elfchen
Flügelkobold
 
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Alt Kerzenburg, 15.06.17, 17:43 #2052
Ich tippe ganz stark auf den falschen Hals.

Ne, der Urteil ist nicht für Veganer gedacht, für die ist es ja eben total bescheuert. Für mich fällt das halt unter die Kategorie total unnötig, weil ehrlich - die Leute, die es nicht hinbekommen richtig zu lesen und dann versehentlich z.B. Sojamilch statt Kuhmilch kaufen...sind meiner Meinung nach a) selbst schuld und b) nicht irgendwie geschädigt worden. Außer sie vertragen kein Soja, aber in dem Fall schaut man ja im Normalfall besonders gut.

Bleibt auch immer noch die Frage, ob Kokosmilch und Kakaobutter dann bleiben dürfen, weil ältere Rechte (und wenn ja, warum verwirrt das denn niemanden?).
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Matthew McKane
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Alt Kerzenburg, 15.06.17, 18:37 #2053
@ Verno: Nö, das verstehst du falsch und es geht ja nicht gegen dich. Und ich glaub auch nicht, dass die Richter da anders hätten entscheiden können. Die können sich ja nur an den Gesetzestext halten und da steht halt drin, dass es sich beim Lebensmittel Milch per Definition um Eutersekret handelt. Es sind Ausnahmen angegeben, z.B Kokosmilch. Aber Soja halt nicht. Sojamilch ist zwar auch schon Jahrtausende alt und man könnte es aus dem gleichen Grund wie Kokosmilch dazufügen. Dafür ist aber nich der Richter zuständig. Mich ärgert nur, dass die Abmahnmafia gewonnen hat.
Mit Verbraucherschutz hat der Verband Sozialer Wettbewerb nämlich gar nichts am Hut. Wenn man die mal googelt kommt interessantes zu Tage.
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Geändert von Matthew McKane (15.06.17 um 20:03 Uhr).
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Ysrthgrathe
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Alt Kerzenburg, 15.06.17, 23:44 #2054
Na ja, das ist aber doch überhaupt nichts Neues?

Sogar im Wikipedia-Eintrag von 2004 zu Sojamilch findet man schon
Zitat:
Im Handel wird sie als Sojadrink verkauft, da der Begriff Milch den betreffenden tierischen Produkten vorbehalten ist.
Und seit auch schon mehreren Jahren steht dort sogar das noch viel Genauere
Zitat:
In der Europäischen Union darf Sojamilch im Handel nur unter anderen Bezeichnungen, wie Sojadrink, verkauft werden. So steht in der europäischen „Verordnung (EWG) Nr. 1898/87 des Rates über den Schutz der Bezeichnung der Milch und Milcherzeugnisse bei ihrer Vermarktung“ in Artikel 2 (1), dass „die Bezeichnung ‚Milch‘ ausschließlich dem durch ein- oder mehrmaliges Melken gewonnenen Erzeugnis der normalen Eutersekretion, ohne jeglichen Zusatz oder Entzug, vorbehalten“[5] ist.
Diese Verordnung ist von 1987.

Und wenn ihr einfach mal in eure Supermarktregale schaut, heißt Sojamilch da nie Sojamilch!
Alternativ könnt ihr ja einfach mal Sojamilch bei amazon oder einem ähnlichen Händler eingeben. Da findet man dann zig verschiedene Produkte, bei amazon sogar in die Produktkategorie Sojamilch eingeordnet. Da heißen tatsächlich alle Sojadrink oder ähnlich.

Wenn also schon seit Jahrzehnten alle Hersteller bewusst aufgrund der Gesetzeslage das Zeug anders nennen, das bei einer Umfrage wahrscheinlich aber 98% der Deutschen noch nie gemerkt haben und jetzt eine einzelne Firma wahrscheinlich ebenfalls bewusst gegen dieses Gesetz verstößt, kann ich da keinen Skandal oder eine große Verschwörung der Anti-Veggie-Lobby ausmachen, wenn ein Gericht dieses Gesetz auch weiterhin durchsetzen lässt.


Übrigens keine Ahnung, warum das überhaupt eine berichtenswerte Meldung ist. Ich kann mir kaum vorstellen, dass das seit 1987 tatsächlich das erste Mal ist, dass jemand sojamilch als Sojamilch verkaufen wollte.
Und wenn die vorherigen Fälle nicht vor Gericht gelandet wären, würde als Folge alle Hersteller das nachmachen und ihre Sojamilch einfach Sojammilch nennen.
Die Nachricht ist also eigentlich:
Verstoß gegen Gesetz von 1987 wie üblich geahndet.
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Geändert von Ysrthgrathe (15.06.17 um 23:54 Uhr).
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Matthew McKane
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Alt Kerzenburg, 16.06.17, 07:23 #2055
Wir sind auch irgendwie zu Milch abgedriftet. Eigentlich ging es um Käse.
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Gala
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Alt Kerzenburg, 16.06.17, 08:46 #2056
Interessant.

Ich finde als Vegetarier alles Sonjazeug schlicht völlig abstoßend, ergo ist mir sowas nie aufgefallen.

Wobei mir kürzlich beigebraucht wurde, ich wäre "Pesketarier" oder "Pesko-Vegetarier". Was auch nicht wirklich stimmt, denn ich esse ausschließlich Lachs und Hering und davon auch nur bestimmte Mengen, um meine Versorgung mit Jod und essentiellen Fettsäuren sicherzustellen.

Pesco-Vegetarier hingegen essen anscheinend alle Fischsorten, und das tue ich nicht, weil z.B. sowas wie Thunfisch besonders viele Schwermetalle enthält.



P.s.: Dieser Artikel regt mich auf, also diese Überschrift. Etwas zu verstehen bedeutet nicht, es zu rechtfertigen. Viele Leute haben schon versucht, Hitler zu verstehen - was motiviert jemanden zu solchen Verbrechen ? Zu versuchen, solche Fragen korrekt zu beantworten, macht einen nicht zum Nazi.

P.p.s.: Auf derselben Seite gibts dieses köstliche Zitat:
Zitat:
"Man muss sagen, dass also die Differenzierten unter uns auch schon in der Vergangenheit gesagt haben, diese eindeutige Himmelsrichtungszuweisung ist etwas unterkomplex."

-- Der Grünen-Politiker Konstantin von Notz im Deutschlandfunk auf die Frage, ob Diffamierungskampagnen weiterhin östlichen Geheimdiensten zuzuweisen seien, nachdem ein Bericht der IT-Sicherheitsfirma Trend Micro unternehmerische Strukturen dahinter aufdeckte
LOL auf so eine Ausdrucksweise muß man auch erstmal kommen.
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Danol
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Alt Kerzenburg, 16.06.17, 10:36 #2057
Zitat:
Zitat von Ysrthgrathe
Na ja, das ist aber doch überhaupt nichts Neues?
Wow. Das Sojamilch nicht Solamilch heißt ist mir, als nicht-Vegetarier, nie aufgefallen. Umgangssprachlich spreche ich (und alle, mit denen ich so spreche) immer von Sojamilch, den Begriff "Sojadrink" verbinde ich da gar nicht mit. Hätte ich Sojamilch kaufen wollen, wäre ich auch nie auf die Idee gekommen mir einen "Sojadrink" zu holen. Völlig absurd, wie die Produktbezeichnungen hier der Umgangssprache hinterherhinken (müssen).

Mal so nebneher gefragt, Artikel 3 der genannten Verordnung besagt

Zitat:
(1) Die Bezeichnungen gemäß Artikel 2 dürfen nur für die in Artikel 2 genannten Erzeugnisse verwendet werden.Dies gilt jedoch nicht für Erzeugnisse, deren Art aufgrund ihrer traditionellen Verwendung genau bekannt ist, und/oder wenn die Bezeichnungen eindeutig zur Beschreibung einer charakteristischen Eigenschaft des Erzeugnisses verwandt werden.
nun die Frage: Wann genau liegt eine traditionelle Verwendung vor, durch die den Verbrauchern klar wird dass sie keine Kuhmilch vor sich haben? Selbst hierzulande wird Sojamilch schon so lange genutzt, dass ich davon ausgehen würde es handelt sich um ein Produkt "[dessen] Art aufgrund [seiner] traditionellen Verwendung genau bekannt ist". Wie lange muss Sojamilch warten, bis sie von der Umgangssprache endlich den Weg in die Regale findet?
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skull
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Alt Kerzenburg, 16.06.17, 12:51 #2058
Na, da will ich mal hoffen, dass die EU nicht irgendwann den Bestandsschutz meines Forennamens umkippt.

PS: Der eigentliche Lobbyismus-Aufreger der letzten Tage (eigentlich ja Monate/Jahre) war in meinen Augen weniger der Käse, das ist ja eher albern, sondern die im Endeffekt nun durch ein beackertes Parlament wieder inkonsequente Roaming-Regelung. Naja. Baby Steps.

Geändert von skull (16.06.17 um 12:55 Uhr).
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Armus Bergstein
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Alt Kerzenburg, 16.06.17, 15:21 #2059
Was ist das Problem mit der neuen Roamingregelung? Das ist doch schon deutlich besser als die alte Regelung.

Das einzige Problem, das ich damit habe, ist das sie mir ein paar Wochen zu spät kommt. In den letzten 2 Monaten habe ich nämlich relativ viel mit meinem französischem Vertrag aus Schweden aus nach Deutschland telefoniert. Das hat schon ein bisschen was gekostet. Ab jetzt würde das in die Freiminuten fallen.

Wobei mir gerade etwas aufgefallen ist, als ich die neuen Vertragsbedingungen angeschaut habe. Es scheint, dass Gespräche aus dem europäischen Ausland in die Freiminuten zählen, aber Gespräche aus Frankreich ins Ausland nicht. D.h. man hat im Ausland bessere Bedingungen als im Inland.
Armus Bergstein ist offline  
Gala
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Alt Kerzenburg, 19.06.17, 07:33 #2060
http://www.tagesschau.de/inland/helmut-kohl-121.html
Zitat:
Kohl sei "ein Glücksfall für uns Deutsche" gewesen, sagte Merkel.


Kohl wäre 1990 nie wiedergewählt worden, wenn da nicht (a) gerade die Mauer gefallen wäre und (b) Kohl die Deutschen belogen hätte (und die das mehrheitlich geglaubt haben), das er niiiiie nimmer nicht die Steuern erhöhen würde - und sein Gegner, ein gewisser Oskar Lafontaine, nicht den Deutschen reinen Wein eingeschenkt hätte.

Und die Mauer ist gefallen ... schlußendlich wegen Willy Brandts Entspannungspolitik. Ganz sicher nicht wegen irgendwas, das Kohl gemacht hätte. Schmidt und Kohl haben nur Brandts Werk nicht wieder kaputtgemacht. Die Merkel freilich ist fleißig dabei, Europa völlig grundlos auseinanderzureissen und das Verhältnis zu Russland zu ruinieren.

Naja, aber im Grunde sollte es mich nicht wundern, es ist halt ein Merkel-Zitat.
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Matthew McKane
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Alt Kerzenburg, 19.06.17, 14:05 #2061
Weder noch! Mit dem Mauerfall hatte Willy Brandts Entstpannungspolitik gar nichts zu tun.
Die Bürger der DDR waren es, die damals auf die Strasse gingen. Die DDR Regierung war damit überfordert, und sah nach der Weigerung Gorbatschows militärisch einzugreifen, keine andere Möglichkeit, als auf die Forderungen zum Teil einzugehen und Honecker zum Rücktritt zu bewegen. Der SED Basis reichte dies nicht, so dass auf Druck der Basis, am 8.11.89 das komplette Politbüro zurücktreten musste.
Der Mauerfall am 9.11.89 beruhte auf einem Missverständniss zwischen altem und neuem Politbüro und mangelnder Kommunikation unter den einzelnen Mitgliedern.
Dass daraufhin tatsächlich die Grenze unblutig geöffnet wurde, verdanken wir dem glücklichen Zufall, dass in jener Nacht bei Stasi und Grenztruppen Offiziere Dienst hatten, die sich einen letzten Rest Gewissen bewahrt hatten, und ein Bludbad verhindern wollten. So hatte der Zufall in dieser Nacht Tatsachen geschaffen, die am nächsten Morgen niemand mehr rückgängig machen konnte, ohne das Gesicht zu verlieren.
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Gala
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Alt Kerzenburg, 20.06.17, 07:29 #2062
Äh tut mir leid, aber der Grund warum die Sowjetunion nicht so scharf reagiert hat, wie zuvor z.B. im Prager Frühling, sondern die Grenzöffnung sogar tolerierte, lag an der Entspannungspolitik Deutschlands. Ohne Willy Brandts Vorarbeit hätte es den Mauerfall so nicht gegeben.

Leider war die Nachwirkung der Politik Brandts spätestens seit Merkel nicht mehr präsent. Sowohl Kohl als auch Schröder haben sich noch daran gehalten.


Trauriges Zitat dazu:
Zitat:
Vor einiger Zeit sagte Michail Gorbatschow:

„Von einem Kalten Krieg geht die Nato zu den Vorbereitungen für einen heißen Krieg über. Sie sprechen nur über Verteidigung, aber im Grunde treffen sie Vorbereitungen für Angriffshandlungen.“
Da soll dann wohl bald Deutschland nicht nur am Hindukusch, sondern wohl auch in Moskau verteidigt werden. Völliger Wahnsinn, selbst wenn man Atlantiker wäre: Russland ist immer noch Atommacht.



Meinem Eindruck nach haben die Deutschen viele wichtige Erkenntnisse verloren, die früher völlig selbstverständlich waren, wie z.B.:

- Guter Lohn für gute Arbeit.

- Mehr Demokratie wagen.

- Von Deutschland darf nie wieder Krieg ausgehen.

- Diejenigen, welche am lautesten schreien, das sie Deutschland lieben, hassen es am meisten.

Stattdessen wiederholt man immer mehr die alten Fehler der deutschen Geschichte. Und ich kann nicht erkennen, wieso das deutschen Interessen in irgend einer Art und Weise dienen sollte.




... WHOW !

Das hier ist natürlich ein Extrembeispiel, trotzdem: Warum ich deutsche Gewerkschaften nicht leiden kann.
Zitat:
ZEIT ONLINE: Wie viel Corbyn steckt in Martin Schulz?
Hoffmann: Sie kommen beide aus sozialdemokratischen Parteien. Von daher ist es nicht verwunderlich, dass die Schnittmenge erheblich ist.
Er kommt leider nie in die Verlegenheit, diese völlig irrsinnige Behauptung näher erklären zu müssen.

Zitat:
Hoffmann: Die SPD muss den Bürgern klarmachen, welche Erfolge sie in der großen Koalition erzielt hat. [...]
Auch diesen groben Unsinn erläutert er nicht.

Zitat:
ZEIT ONLINE: War Corbyn vielleicht auch deshalb so erfolgreich, weil die sozialen Probleme in Großbritannien viel größer sind als in Deutschland?
Hoffmann: Die Probleme sind völlig andere. [...]
Nein, gar nicht. Das Kernproblem ist hüben wie drüben identisch. Der Brexit ist vielleicht eher ärgerlich, aber bei Weitem nicht das Kernproblem Großbritanniens.

Zitat:
Hoffmann: Corbyn hat sich auf die Konsequenzen der Entscheidung konzentriert: Wie muss sich ein Land aufstellen, damit die Bürger das Gefühl haben, es geht wieder gerechter zu? Diese Frage muss man sich unabhängig vom Brexit auch in Deutschland stellen.
Ach nee, echt ? Hat er nicht gerade eben noch behauptet, Schulz und Corbyn wären weitgehend gleich und Deutschland wäre total verschieden von England ?

Zitat:
Hoffmann: Ja, wir haben eine stabile wirtschaftliche Situation. Wir haben einen robusten Arbeitsmarkt mit der höchsten Zahl von sozialversicherungspflichtigen Jobs. Aber: Deutschland ist innerhalb der EU nach Litauen das Land mit dem größten Niedriglohnsektor. Viele Menschen sind verunsichert, sorgen sich um ihre Zukunft, wissen nicht, ob die Rente im Alter reicht.
Ja was denn nun ? Toller Arbeitsmarkt oder nicht ? Das ist eine völlig unmögliche Aussage.

Zitat:
Die meisten Menschen sind mit ihrer derzeitigen Situation zufrieden. Sie erleben aber auch, dass es für Menschen in ihrer Familie, in ihrem Freundeskreis alles andere als gut läuft. Sie erleben, dass Menschen nicht mehr aus dem Niedriglohnsektor herauskommen. Sie erleben, dass ihre Kinder trotz erfolgreicher Ausbildung nur eine Arbeit finden, bei der die Verträge auf zwei oder drei Jahre befristet sind.
Äääääääh ... wie was wo ? Schon wieder zwei total inkompatible Aussagen in schizophrener Einigkeit. Man kann nicht gleichzeitig sagen, den meisten Menschen gehts gut, und die meisten Menschen kennen viele Menschen, denen es wirklich schlecht geht.

Die Realität ist, grob gesagt: die untere Hälfte der Deutschen hat praktisch kein Vermögen und nur die oberen zehn Prozent der Deutschen werden gerecht an Inflationsausgleich und Produktivitätszuwachs beteiligt.

Zitat:
Hoffmann: Dass kein Geld dafür da wäre, ist Unfug. Wir müssen es nur schaffen, an das Geld heranzukommen, das auf den internationalen Kapitalmärkten hin- und hervagabundiert, und den zwischenstaatlichen Steuerwettbewerb nach unten endlich beenden. Warum haben wir es, verdammte Hacke, immer noch nicht hinbekommen, eine europäische Finanztransaktionssteuer einzuführen? Und warum werden nicht endlich die Steuerschlupflöcher geschlossen? Darüber diskutieren wir nun mehr als 20 Jahre.
Vor allem auch deshalb, weil die Gewerkschaften Hartz IV mitgemacht haben und seitdem ziemlich weitgehend entmachtet sind. Und weil viele Gewerkschaften Nibelungentreue zu der SPD halten, egal was diese Partei macht.

Zitat:
ZEIT ONLINE: Wenn die Probleme in Deutschland und der EU so groß sind, wie Sie sie beschreiben, warum wählen die Menschen seit Jahren Angela Merkel?
Weil es komplett egal ist, ob der Kanzler Merkel oder Schulz heißt.
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Geändert von Gala (20.06.17 um 14:22 Uhr).
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Alt Kerzenburg, 22.06.17, 08:08 #2063
Neulich bei Apple:
Zitat:
“I have faith deep in my soul that if we hire smart people ... ultimately they’re gonna do the right thing, and that’s to keep their mouth shut.”
Also diese Definition von Intelligenz ist ... sehr kreativ.

Und wie passt diese Haltung mit Billig-Sklaven-Arbeit in China zusammen ? Diese Menschen werden ja eine super Bindung an ihre Firma zeigen, solange sie nicht von den Arbeitsbedingungen in den Selbstmord getrieben werden. Und daraufhin, das sie besonders smart wären, wurden sie sicher auch nicht ausgewählt.

Zitat:
Rice says that Apple’s focus on secrecy has not translated to a culture of fear. “I think what is unique at Apple is that we don’t have a Big Brother culture,” Rice says. “There’s nobody on my team reading emails, sitting behind you on the bus, we don’t do that.”
Ja sicher dat. Deshalb betreibt er ja auch eine hausinterne Firmen-Stasi.

War auch sicher angenehm, in der DDR zu leben. Solange man dieselbe Meinung wie die Machthaber hatte.





Sehr lustig: Putin ist übrigends der Staatschef von Großbritannien !!! Oder so ...
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Geändert von Gala (22.06.17 um 13:17 Uhr).
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Alt Kerzenburg, 23.06.17, 10:16 #2064
Was denken die von der AfD eigentlich so ?

Recht spannend zu lesen. Zumal ich wirklich Probleme habe, mich in Leute hineinzuversetzen, welche AfD wählen oder gar da mitmachen.
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Gala
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Alt Kerzenburg, 26.06.17, 10:09 #2065
Seuftz.
  • Fefe-Link: WHOW, krass !!! Der Rechtsstaat wird mal wieder deutlich abgebaut. (In dem Lawblog-Link wird erklärt, was das alles für negative Folgen hat):
    Zitat:
    Zeugen sind künftig verpflichtet, Vorladungen der Polizei Folge zu leisten und zur Sache auszusagen.

  • Passend dazu: Fefe-Link: WLAN-Haftung wird wahrscheinlich nicht abgeschafft. Merke: die SPD könnte das jederzeit im Alleingang machen, sie hätte ja die Stimmen der Linken und der Grünen. Es gibt immer noch eine rot-rot-grüne Mehrheit im aktuellen Bundestag, weil sowohl die FDP als auch die AfD es 2013 knapp nicht über die 5% Hürde geschafft hatten.


  • LOL: Die SPD will sich selbst die Steuergelder streichen.
    Zitat:
    Als [...] Heiko Maas gestern twitterte, der Bundestag berate jetzt über die "Streichung der Steuergelder für verfassungsfeindliche Parteien", antwortete ihn die Twitter-Prominentheit Lyllith Beaumont: "Endlich mal ein sinnvoller Vorschlag von Heiko Maas, er will der SPD die Steuergelder streichen […]."

    Hintergrund ist, dass Maas in den letzten Wochen mit einer ganzen Batterie von Gesetzen Aufsehen erregte, die Juristen als so offensichtlich verfassungs- und europarechtswidrig einstuften, dass sich der Eindruck aufdrängt, dass seine Partei das bewusst in Kauf nimmt. [...]

    Bei den Sozialdemokraten stimmten gestern nur zwei Bundestagsabgeordnete gegen den Alltagsstaatstrojaner, darunter der Dortmunder SPD-Bundestagsabgeordnete Marco Bülow, der das "gegen alle Urteile des Bundesverfassungsgesetzes verabschiedete" Vorhaben in einer Presseaussendung "vehement" ablehnt. "Viele", so Bülow, "haben anscheinend nicht begriffen, wie stark wir damit unsere freiheitliche Demokratie einschränken."
    Ich habe auf Wikipedia nachgesehen und ja, Bülow ist Direktkandidat, anscheinend seit 2002. Der kann sich also seine abweichende Meinung also problemlos leisten.

    In der Realität wäre ich natürlich eher für ein Verbot von Parteispenden, insbesondere aus der Wirtschaft, als für ein Streichen der Staatsmittel.


  • Ooooh die Merkel macht mal was Positives ... vielleicht ?
    Zitat:
    Bundeskanzlerin Angela Merkel hat im Rahmen einer Diskussion mit zivilgesellschaftlichen Gruppen aus G20-Ländern in Aussicht gestellt, Handelsverträge mit Afrika neu zu verhandeln.
    Naja, "in Aussicht stellen" kann man Vieles. Es wäre aber extrem sinnvoll.

    Zitat:
    Die Organisationen Attac, Germanwatch und die Kirchliche Arbeitsstelle Südliches Afrika (KASA) begrüßen dieses Vorhaben. Die Bundesregierung erkennt damit die Risiken der Wirtschaftspartnerschaftsabkommen (EPAs) an, die die EU mit regionalen Zusammenschlüssen in Afrika verhandelt und zum Teil schon abgeschlossen hat.
    Falls das jemand nicht weiß: diese Verträge sind im Gegensatz zu TTIP & Co, bei denen es primär um Investorschutz geht, echte Freihandelsverträge, d.h. sie setzt die schwache lokale Industrie eines Entwicklungslandes schutzlos der übermächtigen Konkurrenz der westlichen Welt aus. Das betrifft sogar Nahrungsmittel - auch diese kann man in der EU dank der Subventionen billiger herstellen.

    Die von David Ricardo entwickelte und begründete Freihandelsideologie ist der klassische Trick, mit der schon das britische Imperium die oberflächlich betrachtet eigentlich "freien" Kolonien ausgebeutet hat.

    Auch Deutschland wäre ohne die Initiative von Menschen wie Friedrich List der Konkurrenz aus Großbritannien hilflos ausgeliefert gewesen. Nur dank Protektionismus konnte die deutsche Industrie in Konkurrenz zur bereits deutlich entwickelten britischen Industrie entstehen.

    Freihandel, also Handel ohne Einfuhrzölle, mit einer technologisch überlegenen Nation ist extrem schädlich.

    Diese Verträge sind auch der Grund, warum auch aus Afrika viele Menschen nach Europa wollen. Sie finden dank dieses Freihandel in ihren Ländern einfach keine Arbeit mehr.

    Außerdem müssen Entwicklungsländer natürlich dringend endlich auch zu Industrieländern werden. Es gibt absolut keinen Grund, warum die Menschheit arme Länder bräuchte.


  • Apropos Migranten: wie Flüchtlinge in Lybien als Sklaven etc enden. Das war anscheinend unter Gaddafi noch nicht so.
    Zitat:
    Nach Schätzungen der IOM warten in Libyen derzeit bis zu einer Million Afrikaner, um über das Mittelmeer zu gelangen. In diesem Jahr werden in Italien 200 000 Migranten erwartet, nach 180 000 im vergangenen Jahr. Die Differenz bleibt irgendwo stecken: In der Wüste, in den Fängen der Menschenhändler, im Bordell, auf dem Sklavenmarkt oder im Mittelmeer.

  • Interessant:
    Zitat:
    Wer Waffen herstellt oder in die Waffenindustrie investiert, kann sich nicht ernsthaft als Christ bezeichnen – das meint zumindest Papst Franziskus.
    Siehe auch z.B.: Matthaeus 26:52. Trotzdem wäre mir die Wiedereinführung des Zinsverbotes noch wichtiger. Dann wäre u.a. auch die eigentliche Ursache von Kriegen bekämpft.
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Caesar
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Alt Kerzenburg, 28.06.17, 13:24 #2066
Ich habe ja jetzt seit einigen Monaten die Facebook Seite der lieben Genossin Sarah aboniert. Aus Interesse, weil ich die Früher ja schon ganz gut fand und sehen wollte was sie so von sich gibt.

Und ich weiß auch, dass Menschen die bei FB/Spiegel Online/Irgendwo im Internet ihre Meinung teilen müssen meistens eher dem niedrigeren Nachdenk-Spektrum und dem höheren Aufmerksamkeitssucht-Spektrum zuzuordnen sind.

Trotzdem irritiert bzw schockiert mich immer wieder was ihre Beiträge für gestalten und Meinungen anlocken. Von Menschen die sich offensichtlich der Linken zugehörig fühlen bzw sympathisieren.
Es ist so viel plumpeste US Feindlichkeit, Russland/Syrien bejubeln, Verschwörungstheorien, und einfach dümmsten Argumenten. Beispil gefällig? Thema Assad und Giftgas: "Fakt ist:Assad hat in London Medizin studiert und ethische Werte kennengelernt.Kann mir nicht wirklich vorstellen,dass er Menschen so bestialisch töten will."
Ja, die Sarah kann nichts dafür was Leute unter ihre Beiträge schreiben. Aber a) wird das weder moderiert noch kommentiert was zumindest nen schlechten Eindruck erweckt und viel schlimmer b) habe ich den Eindruck, dass ihre Beiträge gezielt Interpretationsspielraum in diese Richtung offen lassen und so wirklich merkwürdigste Gestalten da ins Boot holen.
Jede Partei hat ein paar strange Anhänger, aber mir ist es nie so extram aufgefallen wie dort.
Und ich will einfach niemanden Wählen den so viele Vollidioten gut finden :/

Schade irgendwie.




Was wollte ich damit sagen? Nicht so viel, aber ich musste mich mal aufregen
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Alt Kerzenburg, 28.06.17, 15:23 #2067
Wenn du keine Partei wählen willst, die nicht auch von Vollidioten gewählt wird, kannst du jeder Wahl natürlich nur fern bleiben. Es ist btw unter den geltenden Gesetzen schon praktisch unmöglich, jemanden loszuwerden, der ein Vollidiot, aber Parteimitglied ist. Für einen Parteiausschluß muß man zwingend parteischädigendes Verhalten nachweisen. Ansonsten ist ein Parteiausschluß nicht möglich. Dummheit zählt da jetzt nicht wirklich.



Und dein Beispiel überzeugt mich jetzt eigentlich nicht. Ja, der Beitrag ist natürlich auffällig schwach.

Die Begründung, ein Politiker wäre ja ein Heiliger, weil er Arzt wäre, ist schonmal völliger Blödsinn. Ein Philipp Rösler ist zum Beispiel doch auch Arzt - ist der etwa schon mal mit besonders sozialer oder friedlicher Politik aufgefallen ? Also mir nicht. Dafür wäre der ja auch in der ziemlich falschen Partei. Wobei, der Westerwelle hat sich aus dem Lybienkrieg herausgehalten.

Nicht alle Ärzte sind gute Ärzte. Nicht alle Ärzte sind zum Arzt geworden, weil sie Menschen heilen wollen. Manche wollten auch einfach nur das Prestige, ein Arzt zu sein, oder das gute Einkommen. Und ganz allgemein - Ärzte sind auch nur Menschen. Ganz normale Menschen, wirklich. Und manche Menschen sind bösartig. Das tritt auch auf, wenn sie Arzt sind.

Und Machtpolitiker können sowieso im höchsten Maße bösartig sein. Auch wenn sie schon mal Arzt waren. Ich glaube nicht, das der Arztberuf einen automatisch zum besseren Menschen macht. Genausowenig wie z.B. ein Christ zu sein.

Und es gibt natürlich überhaupt gar keine nette Art und Weise, Menschen zu töten. Das ist immer ein brutaler Akt. Insofern ist es absurd, wenn viele tausende Menschen an Bomben etc sterben - aber wenn jemand an Giftgas stirbt, kommt das große Geschrei auf.

Aber andererseits gibt es meines Wissens aber auch keinen Beweis, das Assad jemals irgend einen Giftgas-Angriff durchgeführt hat, und keinen Beweis, das Assad überhaupt noch Giftgas besitzt. Insofern ist der Beitrag dann eben doch nicht völlig falsch.
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Ender
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Alt Kerzenburg, 28.06.17, 16:12 #2068
https://www.welt.de/newsticker/news1...s-erhofft.html
Ein gutes Beispiel das es vom Hilfseffekt bescheuert ist Flüchlinge nach Deutschland/Europa zu bringen.
Wenn ich mir die Summe ansehe die in Ruanda für ca 1 mio Flüchlinge im Jahr benötigt wird dann könnte mit den Geld das wir hier für die Flüchlinge ausgeben das 10fache ereicht werden,wobei gleichzeitigt die Staaten unterstütz würden die sie versorgen.
Macht sich natürlich nicht sogut beim moralisch Überlegen fühlen,aber währe Effizienter und sinnvoller.
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Gala
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Alt Kerzenburg, 29.06.17, 07:57 #2069
Hmm naja.

Aus ökonomischer Sicht schlägt diese Argumentation wie so ziemlich jede Argumentation, die sich ausschließlich nur auf Geldwerte bezieht, ohne Realwerte (d.h. reale Güter) im Auge zu behalten, fehl.

Denn ein Flüchtling, der es nach Deutschland schafft und hier Arbeit findet mag dann vielleicht höhere Lebenserhaltungskosten haben, also auf dem Papier mehr kosten, ist aber eben auch viel produktiver.

Geld an sich ist eben völlig wertlos. Erst dadurch, das wir allgemein damit einverstanden sind, das man Geld für reale Güter tauschen darf, bekommt Geld an sich einen Wert. Dieser ist aber eben rein künstlich. Wie es so schön heißt, Geld kann man nicht essen.
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Matthew McKane
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Alt Kerzenburg, 29.06.17, 14:30 #2070
@ Ender: Erstens mal bezieht sich der von dir verlinkte Artikel nicht auf Ruanda, sondern auf Uganda. Uganda ist ein Land, welches regelmässig selbst von Hungersnöten betroffen ist. Wie man es jetzt für ne gute Idee halten kann, dort noch zusätzlich Flüchtlinge "hinzuschicken" obwohl dort derzeit durch die jetzt bereits aufgenommenen Flüchtlinge die Lebensmittelpreise rasant steigen, ist mir völlig schleierhaft.
Dazu kommt, dass Uganda das benötigte Geld gar nicht hat, und somit durch die Aufnahme selbst auf dauerhaft auf Hilfsgelder angewiesen ist.
Desweiteren ist Uganda ein Land, in dem bewaffnete Banden ihr Unwesen treiben, Rassenkonflikte an der Tagesordnung sind, ein Einparteiensystem vorherrscht, Homosexuelle verfolgt werden usw. Die Gefahr, dass Flüchtlinge die dort unterkommen eines Tages wieder fliehen müssen, weil sie sich auch in Uganda politischer Verfolgung ausgesetzt sehen, ist also hoch.
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Gala
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Alt Kerzenburg, 29.06.17, 15:56 #2071
http://www.sueddeutsche.de/politik/g...alle-1.3564855
Zitat:
Die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ließ verlauten, es sei "bedauerlich, dass diese Frage jetzt unter dem Zeitdruck einer zu Ende gehenden Legislaturperiode entschieden werden soll". Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, betonte, er bedaure es, "wenn der Ehebegriff aufgelöst werden soll und damit die christliche Auffassung von Ehe und das staatliche Konzept weiter auseinandergehen". Deshalb sei das überstürzte Verfahren völlig unangemessen.
Äh ... wie ?

"Christliche Auffassung von Ehe" ?

Ist die evangelische Kirche etwa genauso rückschrittlich und lebensfremd wie die katholische ?

Das ist mir noch gar nicht aufgefallen.

Ich halte die Homo-Ehe / Ehe für alle / was-man-auch-immer-für-einen-neuen-Modebegriff-dafür-erfinden-mag jedenfalls in keinster Weise für unchristlich.

Und ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, das evangelische Christen diese mehrheitlich ablehnen. Ich hätte auch kein Problem mit einem schwulen Pastor oder eine lesbischen Pastorin. Wenn die evangelische Kirche das anders sieht, entfernt sie sich genauso von der Lebensrealität ihrer Mitglieder wie die katholische.


P.s.: Ach, jetzt verstehe ich ! Die haben katolische und evangelische Kirche durcheinandergeworfen. Der Marx ist ein katholischer Priester.


P.p.s.: Da es sich um einen gesellschaftlichen Konsenz handelt, habe ich kein Problem mit der "Eile". Mir ist es hauptsächlich nur peinlich, das Deutschland da sogar langsamer war als die USA.
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Geändert von Gala (29.06.17 um 15:59 Uhr).
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Ender
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Alt Kerzenburg, 29.06.17, 17:09 #2072
@Matthew McKane
Es ging mir nicht darum Flüchlinge nach Uganda zu schicken ,der Artikel war nur als Beispiel gemeint das man mit dem gleichen Geld das wir in Deutschland aufwenden um ca 1.5mio Flüchtlinge auf unser Versorgungsniveu zu heben,in anderen Ländern viel mehr Flüchlingen helfen könnten.
Und auch dich interessierts scheinbar genausowenig wie den Rest Deutschlands (Ich hab auch nichts davon mitbekommen, der Artikel dürfte auch nur kurz auf der WO Frontseite gewesen sein) was mit den Flüchlingen dort passiert.
Wie in dem Artikel steht sind ja nur gut 1/8 der Summe zusammengekommen die für die Versorgung benötigt würde.
Wie gesagt in Deutschland helfen ist ja besser das bereitet so ein wohliges Gefühl der moralischen Überlegenheit.
Die es nach Europa schaffen sind ja im Allgemeinen nicht die dennen es am schlechtesten geht sonst hätten die nicht das Geld für die Schleuser.
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Rhonwen
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Alt Kerzenburg, 29.06.17, 17:28 #2073
Wer sich für die Zustände in den Flüchtlingslagern weltweit interessiert, könnte theoretisch über UNICEF, Amnesty international und ähnliche Vereine mehr herausfinden.
Genaue Links habe ich nicht, aber in den Berichten verschiedener Hilfsvereine werden Flüchtlingslager öfter erwähnt.
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Darghand
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Alt Kerzenburg, 30.06.17, 08:38 #2074
Würde Deutschland ein paar Milliarden mehr für Flüchtlingshilfe vor Ort und Entwicklungshilfe abdrücken, würde sich der deutsche Pöbel auf Welt-Online und anderswo eben darüber echauffieren, dass soviel gutes deutsches Geld im Ausland für irgendwelche schwarzen Habenichtse ausgegeben wird. Es braucht keine realen Anlässe, um Ressentiments freien Lauf zu lassen; der Arm ging immer zuverlässig von alleine hoch.

Solange Deutsch-EU afrikanische Ökonomien mit Exportsubventionen, Importschranken, Zöllen, Hybrid-Saatgut, Waffenexporten und schwimmenden Fisch-Fabriken abwürgt, kommen die wenigen, deren Familien genug Geld für die Schleuser zusammenkratzen können, eben hierher.
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Matthew McKane
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Alt Kerzenburg, 30.06.17, 08:54 #2075
@ Ender: Und mir ging es darum, ob den Flüchtlingen denn wirklich geholfen ist, wenn Bürgerkrieg und politische Vervolgung, sie in diesen Ländern genauso treffen kann, wie in der Heimat aus der sie geflohen sind.
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