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David
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Alt Kerzenburg, 27.07.10, 13:28 #1001
Und diese niedrigen Zinsen sollen ein Argument dafür sein, das ganze Geld zu riskieren ?
(EDIT: Inflationsausgleich als Zins find ich notfalls völlig ausreichend, ich verlier doch nichts wenn das Geld einfach nur seinen Wert behält)

Wenn man sein Geld gewinnbringend anlegen will, schliesst das für mich hohe Risiken (=eine gewisse Wahrscheinlichkeit, alles zu verlieren) aus, weil es schlicht nicht sonderlich gewinnbringend ist, wenn eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, dass ich mein Geld verliere. Das sollte eigentlich offensichtlich sein. Insofern kann einen eine niedrige Rente nicht dazu zwingen, das Geld, das für die Lebensplanung so extrem wichtig ist, zu riskieren. Eher im Gegenteil: Wenn das Geld derart wichtig ist, muss man zwangsläufig extrem konservativ und ohne jedes Risiko anlegen.
Wenn hohe Zinsen nicht risikofrei gehen, gehts eben nicht, diese 3 Wörter "es geht nicht" scheinen heute nur etwas aus der Mode gekommen zu sein, auch was die Staatsfinanzen angeht.

Die vernünftige Lösung wäre die, während des Arbeitslebens nicht das gesamte Einkommen auszugeben sondern einen Teil davon zurückzulegen, das geht sowohl mit sicheren Anlageformen als auch (allerdings nur bei hohem Einkommen und guter Planungssicherheit) durch den Kauf einer Immobilie. So kann man einen gleichmäßigen Lebensstandard vor und mit der Rente erreichen, aber das geht natürlich nicht wenn man sein gesamtes Einkommen im selben Monat ausgibt.
Wenn man eh nur knapp über der Grundsicherung verdient, hat man das Problem gar nicht, weil man eh nicht unter die Grundsicherung fallen kann. Insofern bezahlen heute auch Viele für eine private Altersvorsorge, die nur dazu führen wird, dass der Staat später weniger Geld drauflegen muss um auf die Grundsicherung zu kommen.

Dass viele Leute zu hohe Risiken eingegangen sind hat für mich 2 Gründe: Einmal die ganz normale Gier und dann eine mieserable bis kriminelle 'Anlageberatung' bei den Banken, die Sicherheit vorgetäuscht hat wo keine war. Letzteres kann man über Gesetze (und etwas mehr Skepsis gegenüber großspurigen Versprechen bei den Anlegern) weitgehend abstellen, ersteres nicht.

Geändert von David (27.07.10 um 14:03 Uhr).
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Lisra
Schmusekater
 
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Alt Kerzenburg, 27.07.10, 13:34 #1002
Zitat:
Wenn man sein Geld gewinnbringend anlegen will, schliesst das für mich hohe Risiken aus, weil es schlicht nicht sonderlich gewinnbringend ist, wenn eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass ich mein Geld verliere.
Wegen diesem Mindset bist du auch kein Investmentbanker.

Das ganze ist doch auch ein Lehrstück in wie weit Leute die es besser wissen sollten in der Lage sind ihr Wissen zu unterdrücken, in der Hoffnung das es funktioniert und sie perversen Profit machen. Was ja passierte, bis es eben nicht mehr klappte.
In dem Sinne hat Dargh völlig recht, so selten ich das sage.
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David
Moderner Nomade
 
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Alt Kerzenburg, 27.07.10, 13:41 #1003
Wenn die Leute das Risiko BEWUSST in Kauf nehmen um evtl. höhere Gewinne zu machen, hält sich mein Mitleid in engen Grenzen. "Selber Schuld" triffts dann ganz gut. Ich will niemanden verbieten solche Risiken einzugehen, aber mit den Folgen muss man dann halt leben können.

Ich hab nur so meine Zweifel, dass allen Anlegern klar war, was zB Lehmann-Zertifikate überhaupt sind und welche Risiken damit verbunden waren. Die Betroffenen, die im Fernsehen rumgezeigt wurden, sahen jedenfalls nicht wie die großen Zocker aus.
Insofern bin ich ja für ein simples Formular beim Kauf eines Finanzproduktes wo u.a. angekreuzt werden kann "Ich kann kein Geld verlieren", und zwar ohne Kleingedrucktes, so dass es jeder verstehen muss.

PS.:
Das ich weder Investmentbanker noch Aktionär bin und auch nicht vorhab eins davon zu werden hat einfach damit zu tun, dass ich nach Feierabend nichts mehr vom Geldverdienen hören und nachts ruhig schlafen will.

Ich finds deutlich einfacher nen bisschen sparsamer zu leben als sich rund um die Uhr Gedanken ums Geld verdienen zu machen..
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Geändert von David (27.07.10 um 13:45 Uhr).
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Durandil
Dúnadan
 
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Alt Kerzenburg, 27.07.10, 14:03 #1004
Dieses simple Forumlar gibt's inzwischen wohl, als ich neulich wegen meiner Rente bei der Bank war, musste ich am Ende Angaben eben dafür machen und hab's dann auch mitbekommen. Zwar ohne so ein einfaches Kreuz, aber mit klarer Angabe der Risikofreundlichkeit etwa.
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Olome Keratin
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Alt Kerzenburg, 27.07.10, 15:16 #1005
@David: Und du weißt vorher, wie hoch die Inflation ausfallen wird? Insbsondere bei langfristigen Anlagen (10 Jahre und mehr)?
Wenn du eine zu niedrige Inflation annimmst, schrumpft dein Vermögen bei einer 10jährigen Anlage ganz schön gewaltig.
Immobilien sind btw. eines der risikoreichsten Investments überhaupt. Weil eben alles geld in eine einzige Wertanlage geht und überhaupt keine Risikostreuung stattfindet. Ein Blick auf die Immobilienmärkte in Spanien, USA, GB, Polen etc. ist auch lehrreich.
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In früheren Jahrhunderten lautete die Frage: Warum lässt Gott so viel Unglück zu?
Heute lautet sie: Wenn es keinen höheren Sinnzusammenhang gibt, wie halten wir den Schmerz überhaupt noch aus?

4. Jünger und Hohepriester des Ironicus Harutsune zuliebe
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David
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Alt Kerzenburg, 27.07.10, 15:42 #1006
Bei den Immobilien dachte ich auch eher an selbstgenutzten Wohnraum mit dem Ziel im Alter weder Miete noch Raten bezahlen zu müssen, um so mit der Rente gut auszukommen. Aber ich hab ja auch dazugeschrieben, dass es dafür gute Rahmenbedingungen braucht, im Grunde muss man schon quasi verbeamtet sein um an sowas denken zu können. Meiner Einschätzung nach kaufen heute eher zuviele als zuwenige Menschen eine Immobilie und kalkulieren dabei oft viel zu knapp.

10jährigen Anleigen würde ich auch erstmal skeptisch gegenüberstehen, das hat auch schon was von Spekulation. Ein paar Jahre festlegen ist ja OK wenn man das Geld nicht braucht, aber 10 Jahre sind derart lang, das ist für niemanden überschaubar, weder für die eigene Lebensplanung noch für die wirtschaftliche oder politische Entwicklung.
Für mich steht der Zins einfach an letzter Stelle bei der Geldanlage, Sicherheit und Verfügbarkeit des Geldes sind mir wichtiger. Den Mini-Zins dens dann noch gibt nehm ich halt mit, aber das ist nicht das erste Ziel des Ganzen. So wird man kein Millionär, aber erleidet eben auch keinen Totalverlust von dem man sich nie mehr erholen kann. (Hier muss man am Ende abwägen, ob einem Verluste oder nicht realisierte Gewinnchancen mehr wehtun, bei mir sind das eindeutig die Verluste)

Das Restrisiko der Inflation gibts natürlich immer, theoretisch könnte auch die Megainflation kommen und alle Ersparnisse, Einkommen und Rentenansprüche auffressen, aber wenns soweit kommt sind wir wirtschaftlich eh alle beisammen am Ende. Das fällt für mich eher in die Restrisko-Schublade, wo auch Kriege oder große Katastrophen wie zB der Super-GAU in Deutschland drinn stecken. Dagegen kann man sich nicht mit vernünftigem Aufwand schützen. (Klar kann man sich nen Bunker graben und sein Geld in Gold anlegen, aber so richtig seines Lebens froh wird man dann auch nicht.. )

PS.:
Wenn man Katastrophen erwartet, die alle langfristige Planung unmöglich machen, kann die Devise eigentlich nur lauten sein Geld sofort auszugeben um wenigstens jetzt noch was erlebt zu haben, ehe alles vorbei ist. Insofern sind manche der Untergangspropheten ja vielleicht sogar von der Wirtschaft bezahlt, damit die Leute nicht soviel sparen..

Geändert von David (27.07.10 um 15:57 Uhr).
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Olome Keratin
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Alt Kerzenburg, 27.07.10, 15:55 #1007
Ist halt toll, wenn du im Alter zum Pflegefall wirst und dein Vermögen einsetzen musst, um die Pflegekosten tragen zu können. Da freuts dich dann ungemein, wenn dein Geld in einer unverkäuflichen Immobilie festliegt.
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David
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Alt Kerzenburg, 27.07.10, 16:09 #1008
Ein Restrisiko gibts halt bei jeder Entscheidung, völlig egal worums geht. Das spricht für mich aber auch nicht grade dafür darüber hinaus noch weitere vermeidbare Risiken einzugehen..

Was die Immobioleien angeht: Wie wahrscheinlich ist das, dass ich mir für viel Geld ne Immobilie kaufe, so kurz darin wohne, dass ich nichtmal über die Mietersparnis auf meine Kosten gekommen bin, dann zum Pflegefall werde und die Immobilie in der Zwischenzeit auch noch komplett unverkäuflich geworden ist ?
Kann natürlich passieren, aber die Chance, als unerfahrener Anleger aufs falsche Wertpapier zu setzen würd ich als größer einstufen.

Wenn ich dagegen heute eine Immobilie kaufe von der ich jetzt schon annehmen muss dass die nachher niemand mehr haben will (zB ländlicher Raum in strukturschwachen Gebieten) ist die so billig, dass sichs trotzdem lohnen kann. Bei uns daheim gibts Häuser für den Preis eines Mittelklassewagens, wenn man dann das Glück hat einen der wenigen besser bezahlten Jobs in der Gegend zu haben, bezahlt man das bar und wohnt dann fast umsonst. (Wobei ich persönlich auch lieber ne billige Mietwohnung nehmen würde, davon gibts da auch reichlich)

Das größte Risiko bei Immobilien sehe ich eher in den persönlichen Lebensverhältnissen, also zB Arbeitslosigkeit oder unerwarteten hohen Ausgaben. Enge Finanzierungen können dann ganz schnell platzen, und dann ist man schnell ruiniert. Deshalb wär ich auch sehr vorsichtig mit dem Kauf einer Immobilie.

PS.:
Der wichtige Unterschied zwischen konservativen und riskanten Anlagen ist für mich folgender:
Bei konservativen Anlageformen muss schon eine große politische oder wirtschaftliche Umwälzung passieren, damit ich damit richtig auf die Nase falle, während bei einer riskanten Anlage eine falsche Entscheidung meinerseits ausreicht um pleite zu gehen, während der Rest der Welt seinen gewohnten Gang nimmt.

Geändert von David (27.07.10 um 20:50 Uhr).
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Rote Zora
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Alt Kerzenburg, 27.07.10, 18:03 #1009
Gerade was den im Wiki-Artikel beschriebenen Pigou Effekt angeht, gibt es ja auch ein umgekehrten Effekt: Eine Deflation, d.h stetig sinkende Preise können beim Verbraucher auch Kaufzurückhaltung auslösen, weil er sich sagt: Das gleiche kriege ich ja morgen billiger. Das ist eben das "tolle" an Prozessen, die mit Masse Mensch zu tun haben: am Ende reagiert sie eben doch oft unberechenbar (in der aktuellen Situation ist "toll" allerdings in der am wenigsten positiven Richtung zu hören)
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Gala
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Alt Kerzenburg, 28.07.10, 11:15 #1010
Die Grünen sind jetzt auch für den Abzug aus Afghanistan ... irgendwie
Zitat:
[...] Wir haben uns in den ganzen vergangenen Jahren oft sehr streitbar und am hörbarsten mit dem Afghanistan-Einsatz auseinandergesetzt. Statt einen sofortigen Abzug zu verlangen, wie es die Linkspartei macht, fragen wir nach. Was heißt "sofortiger Abzug" konkret? Die verantwortungsvollen Kollegen bei der Linkspartei sagen, sobald es eben möglich ist. Dann frage ich „heißt das morgen"? Dann sagen die "Nein. Sobald es möglich ist." Dann sage ich, das ist ja auch unsere Position. Nur wir plakatieren nicht "sofortigen Abzug" in den Wahlkämpfen, wenn wir es nicht so meinen.

Wir sind für einen Abzug, der Afghanistan in einem verantwortungsvollen Zustand hinterlässt. Man muss die Konsequenzen eines Abzuges für die afghanische Bevölkerung und Zivilgesellschaft bedenken. Es gilt, so schnell wie möglich dafür zu sorgen, dass die Polizei und die Armee dort ihre Aufgaben erfüllen können. [...]
Äh ... aha, soso.

Wir stehen inzwischen seit geschlagenen 8 Jahren in Afghanistan herum.

Wie lange dauert die Ausbildung von Polizisten ? 2, 3 Jahre, höchstens vielleicht 4 ? Und Militär sollte eher schneller gehn.

Von einer ausgebildeten Polizei ist meines Wissens dort nach wie vor nichts zu sehen, vom Militär wollen wir lieber gar nicht erst anfangen.

Wenn der Zustand von Polizei und Militär dort unten nach geschlagenen 8 Jahren nach wie vor derart grundmiserabel ist, kann man doch wohl nur folgern, das es sich um eine Ausrede handelt. Es soll auf eine Polizei und ein Militär gewartet werden, an denen offensichtlich gar nicht gearbeitet wird.

Derweilen wird der Krieg dort unten immer blutiger - und auch das ist keine Überraschung und wurde schon seit langem vorhergesagt, von den Militärs, die dort unten stehen, nicht von der Linkspartei.

Im Übrigen stellt er auch die Position der Linkspartei falsch dar. Schweden und Kanada sind aus Afghanistan abgezogen. Genau wie diese beiden Länder will die Linkspartei aus Afghanistan abziehen. Nicht mehr und nicht weniger.
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Darghand
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Alt Kerzenburg, 28.07.10, 17:38 #1011
@ David

Du hast das grundlegende Problem nicht begriffen.

Selbst die konservativste Geldanlage muss Renditen einbringen, die oberhalb des Inflationsniveaus liegen. Wenn du dein Geld zu Hause in den Sparstrumpf steckst oder im Garten vergräbst wirst du in 30 Jahren in die Röhre gucken, weil sich die Kaufkraft des Geldes inflationsbedingt stetig verschlechtert. Dieser Verlust muss ausgeglichen werden, und zwar mittels Risikostreuung.
Bei konservativen Anlagen besteht das Risiko eines Anstiegs des Inflationsniveaus. Deutsche Staatsanleihen mögen ein sicherer Hafen sein, bringen aber genau deshalb auch so gut wie nichts ein. Also muss das Geld auch in Anlagen gesteckt werden, die eventuelle Verluste durch steigende Inflation durch höhere Renditen ausgleichen. Das gilt auch umgekehrt: das stets gegebene Verlustrisiko - jede Anlage ist Spekulation - bei riskanteren Geschäften muss durch niedrigverzinste Anleihen mit hoher Sicherheit ausgeglichen werden.
Solange der Leitzins unterhalb des Inflationsniveaus liegt, gibt es ein Problem: es lohnt sich schlichtweg nichtmehr, das Geld auf dem Konto oder dem Sparbuch zu horten, weil das zinssatzbedingt ein Nullsummen- bis Verlustgeschäft ist. Banken und Fonds stehen nun vor dem Problem, 1. mit den ihnen anvertrauten Summen Verluste aus den zurückliegenden Jahren ausgleichen zu müssen, 2. Anlageformen mit Rendite oberhalb der Inflation zu finden und 3. für langfristige Sicherheit zu bürgen und 4. zu allem Überfluss den gesetzlichen Mindestzins zu erreichen. Da wir hier nicht von Ommas' lumpigen paar Tausend Euro sprechen, sondern von tausenden Milliarden im globalen Maßstab, die nach Anlagemöglichkeiten suchen, und dies angesichts einer Weltökonomie, die immer wieder mit erheblichen Krisen daherkommt (ab 1998: Asienkrise, Russlandkrise, Dot-Com-Krise, 9/11-Krise), ist das keine so leichte Aufgabe. Es dürfte kaum so sein, dass sich bei einer größeren Nachfrage nach sicheren, niedrigverzinsten Anlagemöglichkeiten diese auf einmal aus dem Boden sprießen. Das Ausweichen auf andere Anlagemöglichkeiten ist ebenso zwingende wie politisch erwünschte und subventionierte Folge: nach VWL-Logik gilt I = S, also Investition gleich Ersparnis. Fragt sich bloß, wohinein S denn investiert wird, und mittels des eben beschriebenen Mechanismus kann man die Geldströme zumindest etwas lenken.
Um den Realkasseneffekt zu erzielen, müssen die Renditen zwangsweise eine bestimmte Schwelle erreichen, damit sich dieses "Vermögensgefühl" auf den Konsum auswirkt. Vereinfacht dargestellt hat man das Geld in Unternehmen angelegt, deren Börsenwert stieg, wenn sie mehr von dem produzierten, was die Anleger aufgrund des Realkasseneffekts selber konsumierten. Ein finanzielles Perpetuum-Mobile und zugleich der Tropf, an dem die Konjunktur in den letzten Jahren hing.

Zweitens unterschätzt du die Ratio und Logik, die hinter diesem Programm stand. Wie schon gesagt, der sich selbststützende Prozess von Realkasseneffekt, steigendem Konsum, relativ fallenden Löhnen und Investitionssubventionierung hat lange Zeit funktioniert - die Theorie war damit empirisch bewiesen. Niemand ist bewusst ein Risiko eingegangen: das Risiko war schließlich, mathematisch hergeleitet und empirisch geerdet, äußerst gering, zumal man sich mit CDS, CDOs usw. gegen Ausfälle absichern konnte.

Vor allem aber ist Herleitung des Gesamtdesasters aus der bloßen Summe von subjekt-inhärenten Eigenschaften und Handlungen ("Doofheit", "Gier", "Risikofreude" etc.) wie üblich viel zu kurz gegriffen und durch nichts zu beweisen. Wenn solch ein Verhalten im "Menschen" begründet liegt, weshalb nimmt es gegenwärtig und in der jüngsten Vergangenheit ausgerechnet diese Form an? Warum nicht schon früher? Was verleitet die Finanzmarktakteure aller Couleur, dieses oder jenes Verhalten an den Tag zu legen? Wie sind denn die Zusammenhänge zwischen Handlungen, Institutionen, politischen Entscheidungen, Machtpositionen etc.?
Ohne diese institutionelle Rahmengebung zu analysieren kommt man da nicht weit oder man strandet halt in den Seichtgebieten einer vulgäranthropologischen Nebelstocherei. Es glaubt scheinbar jeder gern, mit biologistischem Halbwissen aus dem Bio-Grundkurs irgendwas vom Menschen verstanden zu haben, einfach weil das von der Verantwortung entbindet, sich die Umstände der Konstituierung des gegenwärtigen Menschen und seines Verhaltens anzusehen.
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David
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Alt Kerzenburg, 28.07.10, 20:51 #1012
"Selbst die konservativste Geldanlage muss Renditen einbringen, die oberhalb des Inflationsniveaus liegen."
Nur wenn es möglich ist. Geht es nicht ohne unvernünftige Risiken einzugehen gehts eben nicht und es ist immer noch besser Inflationsverluste hinzunehmen als das ganze Geld zu riskieren. Man MÖCHTE wenigstens den Inflationsausgleich, aber man MUSS nicht wenn die Alternativen noch schlechter sind. Das trifft im Grunde auf deinen ganzen ersten Absatz zu.

Das Hauptproblem hierbei ist für mich, dass Banken und Staaten im Gegensatz zu Privatanlegern nicht wirklich mit den Folgen falscher Entscheidungen leben müssen, weil sie faktisch nicht pleite gehen können. Nur deshalb kann man solche Risiken eingehen ohne irgendwann aussortiert zu werden. Hier müsste man dringend Wege finden, wie man Banken und Staaten geordnet pleite gehen lassen kann, ohne dass man so wie diesmal nur die Wahl hat entweder schlecht geführte Banken oder marode Staaten mit Unsummen zu retten oder den totalen Zusammenbruch zu riskieren. Pleiten sind integraler Bestandteil der Marktwirtschaft um schlechte Ideen auszusieben, wenn man diesen Mechanismus außer Kraft setzt ists klar dass es teuer werden kann. Das wirds immer wenn man 'gegen den Markt' antreten will, ist zB bei subventionierten Preisen genau dasselbe Spiel.
Würde man diese Möglichkeit der 'echten Pleite' auch noch mit stärkerer persönlicher Haftung der Entscheidungsträger verbinden, steht der Erhalt des Unternehmens an erster Stelle, nicht mehr nur die maximale Rendite.


Und das niemand bewusst ein Risiko eingegangen wäre kann nur stimmen, wenn die Beteiligten einfach nicht richtig nachgedacht haben:

Wenn man zB einen Immobilienkredit angeboten bekommt obwohl man nur ein minimales Einkommen hat, und dann vorgerechnet bekommt, das würde sich über steigende Immobilienpreise schon irgendwie selbst finanzieren MUSS man als vernunftbegabter Erwachsener eigentlich misstrauisch werden. Das klingt nämlich genauso wie die "Steuersparmodelle" mit denen den Leuten früher diese Schrottimmobilien angedreht wurden. Mein erster Gedanke wäre deshalb sogar gewesen, ob hier nicht ganz normale Betrüger am Werk sind, die auf kreative Art und Weise an mein Geld kommen wollen.

Und auch wenn man Wertpapiere kauft sollte man nicht nur mit ner 0815-Statistik darauf schauen wie die sich in der Vergangenheit entwickelt haben, sondern auch verstehen, was sich dahinter verbirgt um abschätzen zu können wie das in Zukunft aussehen könnte. Irgendwann hat mans ja wohl auch verstanden, und dann waren diese faulen Kredite auf einen Schlag wertlos, weils niemand mehr haben wollte. Das hätte man mit etwas mehr Aufmerksamkeit (vor allem bei den Käufern) aber auch früher haben können. Das konnte nur so lange gutgehen wie sich immer noch jemand gefunden hat, ders gekauft hat. Dummerweise waren unsere Landesbanken mit bei den letzten Blöden dabei, die sich weltweit gefunden haben, um sowas zu kaufen.

Das da Leute entschieden haben, die nicht wirklich qualifiziert waren, sondern wirklich nur auf Statistiken früherer Erträge geschaut haben um ihre Kaufentscheidungen zu treffen, kann ich mir aber auch sehr gut vorstellen: Dieser "city boy" aus London hat das ja in etwa so ausgedrückt, dass er selber gar nicht gewusst hat wie ihm geschehen ist als er plötzlich (durchaus erfolgreicher) Investmentbanker war und immer das Gefühl hatte, eigentlich fehl am Platze zu sein. Und der war bestimmt nicht der Einzige.
Ich muss nur an meine Ausbildung denken, da warens auch die größten Schaumschläger die die großen Manager werden wollten, und wenn es solche Leute dann schaffen, erklärt das Einiges.
Zumal man davon ausgehen kann, dass es in der Politik nicht viel anders läuft.


Deinen Realkasseneffekt hat es gegeben, aber das heisst nicht, dass da ein großer Plan aus Politik und Wirtschaft dahinterstand, die das gezielt angefeuert haben. Im Grunde war das teilweise reiner Egoismus: Wenn man zB diese faulen Kredite an der Backe hatte und erkannt hat dass die eigentlich wertlos sind, konnte man das ja schlecht an die große Glocke hängen sondern hat lieber zugesehen schnell noch jemanden zu finden, dem diese Erkentniss noch nicht gekommen ist, damits der einem noch schnell abkauft.
Und auf Seiten der Politik sucht man krampfthaft nach Möglichkeiten trotz der hohen Verschuldung und der teuren Wahlversprechen alle paar Jahre handlungsfähig zu bleiben. Da kommen Ideen, die Aufgaben des Staates bzw. deren Finanzierung über die Privatwirtschaft zu regeln einfach sehr gelegen. Muss ja auch nicht in jedem Fall falsch sein. Aber wenn man mal davon ausgeht, dass sich auch in der Politik nicht zwangsläufig die besten Experten durchsetzen, können viele Politiker im Grunde gar nicht fundiert entscheiden ob es in einem Fall wirklich Sinn macht die Privatwirtschaft mit ins Boot zu holen oder ob da nicht doch geschickte Lobbyisten am Werk sind.

Bei dir liest sich das immer so, als wärens nur die Rahmenbedingungen die die an sich vernünftigen Menschen zu solch idotischem Handeln verleiten würden, aber solange keine Gedankenkontrolle erfunden wird, darf man trotzdem erwarten, dass die Leute selber nachdenken ehe sie wichtige Entscheidungen treffen. Und das ist zB beim Aufnehmen der später geplatzten Immobilienkredite eben nicht passiert.
(Von mir aus können die Banken und der Staat noch sehr am Realkasseneffekt interessiert sein, die Werbung für irgendwelche Geldanlagen oder Kredite kann ich trotzdem ungelesen in den Müll werfen, die können mich nicht zwingen mein Geld irgendwo anzulegen. )

Dazu: "Herleitung des Gesamtdesasters aus der bloßen Summe von subjekt-inhärenten Eigenschaften und Handlungen (..) durch nichts zu beweisen"
Was solls denn sonst sein ?
Es GIBT nur die Summe von individuellen Handlungen, insofern kann auch nichts anderes als diese Summe der individuellen Handlungen die Krise ausgelöst haben. Natürlich lassen sich manche mehr und andere weniger von den Rahmenbedingungen (die aber auch nur das Ergebnis des individuellen Handelns Anderer sein können!) zu unsinnigem Handeln verführen, davon lebt auch die ganze Werbeindustrie, aber das ist doch eher ein Argument für den Faktor individuelle Dummheit als dagegen. Die Entscheidung "ich kauf das" trifft am Ende jeder selbst.
Ich würd das vom Prinzip her mit der Evolution vergleichen: Nur weil am Ende eine geplant scheinende Entwicklung bei rauskommt, muss keine große Planung dahinterstecken, Millionen Zufälle können genau dasselbe Ergebnis haben.

Was den zeitlichen Faktor angeht: Außerdem war die moderne IT Vorraussetzung dafür, dass der Finanzmarkt so funktionieren kann wie er es heute tut, im Guten wie im Schlechten. Insofern ists kein Wunder, dass wir solche Probleme vor 20 oder 30 Jahren noch nicht hatten. Erst mussten sich Technik, Infrastruktur und die Ideen zu deren Nutzung entwickeln. Deshalb ists wohl auch kein Zufall, dass diese Entwicklungen in der Zeit so stark geworden sind, in der sich auch das Internet durchgesetzt hat.
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Geändert von David (28.07.10 um 22:07 Uhr).
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Gala
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Alt Kerzenburg, 29.07.10, 09:44 #1013
  1. Die Nachdenkseiten erheben schwere Vorwürfe gegen die Medien wie auch gegen den Oberbürgermeister von Duisburg wegen der Todesfälle bei der Love-Parade Aus dem Link:
    Zitat:
    Möglicherweise wollen die Medien sich in dem konkreten Fall nicht zu sehr selber in die Schusslinie bringen, schließlich ist von großen Zeitungen auch erheblich Druck auf den OB aufgebaut worden, die Parade zu genehmigen.
  2. Wikileaks hat zu Afghanistan geheime Dokumente veröffentlicht. Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr rechtlich nicht haltbar
    Zitat:
    Misstrauisch macht die Schnelligkeit, mit der eine ganze Reihe von Medienvertretern und Politikern dem Eindruck entgegenwirkten, die Dokumente könnten relevante neue Informationen enthalten. [...]

    Unglaubwürdig sind diese Äußerungen schon deshalb, weil niemand in der Lage ist, mehrere zehntausend Dokumente in nur wenigen Tagen auch nur einigermaßen verlässlich darauf zu prüfen, ob sie wirklich keine wichtigen neuen Informationen enthalten.
    Das war auch mein eigener erster Gedanke.

    Zitat:
    Aber längst nicht alle Bundestagsabgeordneten fühlen sich ausreichend informiert. Grünen-Politiker Nouripour sagte, die Dokumente enthielten Details, die ihm neu seien. „Es ist nach der Lektüre der US-Dokumente aus unserer Sicht verstörend, wie wenig die Bundesregierung das Parlament über die Aktivitäten von amerikanischen Spezialkräften im deutschen Gebiet (in Nordafghanistan) unterrichtet hat“, sagte sein Fraktionskollege Jürgen Trittin gegenüber Spiegel-online. Ihm sei nicht klar, ob nicht doch Bundeswehrsoldaten an US-Aktionen zur Festnahme oder Liquidierung von Taliban beteiligt gewesen seien.

    [...]

    Grünenpolitiker Hans-Christian Ströbele sagte am Mittwoch gegenüber der jungen Welt, die nun offenliegenden Fakten, dass durch Geheimdienstoperationen der im deutschen Lager Masar-i-Sharif stationierten US-amerikanischen „Task Force 373“ Menschen gezielt getötet wurden, sei von offizieller Seite immer bestritten worden. Diese Tötungen seien „eindeutig extralegal.“ (5)
    Ist das eine interessante Wortschöpfung für "illegal" ?

    Zitat:
    Auch widersprach Ströbele vehement der Behauptung von Unionspolitikern, die Obleute in den zuständigen Ausschüssen seien über die Aktivitäten der „Task Force 47“, einer geheimen Einheit der Bundeswehr in Afghanistan, laufend informiert worden. „Gerade darüber, was diese geheime Einheit in Afghanistan macht, gibt es nur sehr spärliche und völlig unzureichende Informationen. Ich versuche immer wieder, mit parlamentarischen Anfragen mehr zu erfahren. Meist wird ausweichend geantwortet. Es gibt ein Kontrolldefizit: Auf der einen Seite wird gesagt, über diese Einheit wird im Verteidigungsausschuss und nicht im Parlamentarischen Kontrollgremium zur Überwachung der Geheimdienste informiert, weil das eine Sache der Bundeswehr ist. Auf der anderen Seite wird dann im Verteidigungsausschuss gesagt, die Informationen würden dem Parlamentarischen Kontrollgremium gegeben, weil es sich um eine geheime Einheit handelt.“ (6)
    Und dann kommts ganz dick:
    Zitat:
    Dass die von Wikileaks veröffentlichten Dokumente in Deutschland immerhin so viel Sprengkraft entfalten könnten, dass die deutschen Truppen aus Afghanistan abgezogen werden müssten oder der Bundestag das Mandat für die Bundeswehr in Afghanistan zumindest neu zu debattieren hätte, geht aus einem entschiedenen Kommentar der taz-Chefredakteurin Ines Pohl vom 26. Juli hervor.

    Für sie steht nach den Wikileaks-Enthüllungen eindeutig fest, „dass im deutschen Lager Masar-i-Sharif Scharfschützen beherbergt werden, die Männer, Frauen und Kinder töten – und das belegen die Dokumente –, verstößt eindeutig gegen das deutsche Mandat. Damit haben es jene, die schon lange den Abzug der Bundeswehr fordern, nun schriftlich: Auch nach Einschätzung der Militärs hat die Bundeswehr mit ihrem Mandat in Afghanistan nichts zu suchen. Sie muss abgezogen werden.“ (7)
    Bin ja mal gespannt, ob jetzt wirklich endlich was passiert. Bei 90.000 Dokumenten werfe ich persönlich jedenfalls das Handtuch; das kann ich in meiner Lebenszeit unmöglich alles lesen.
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Geändert von Gala (29.07.10 um 11:32 Uhr).
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Olome Keratin
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Alt Kerzenburg, 29.07.10, 13:41 #1014
Der taz-Chefredakteurin widerspreche ich mal: Ich hab die deutschen Mandate gelesen und die sind so schwammig formuliert, dass es praktisch unmöglich ist, dagegen zu verstßen. Extreme Auslegungssache im Zweifelsfall.
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Gala
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Alt Kerzenburg, 29.07.10, 14:10 #1015
Hast du einen Link ?

Die Kreditsperre im Grundgesetz, allgemein als "Schuldenbremse" tituliert, ist auch so schwammig formuliert, das niemand dagegen verstoßen kann. Eigentlich wollte ich diese schon deßhalb aus dem Grundgesetz werfen, weil ein derartiges häßliches Wischiwaschi von einem Gesetz nichts im Grundgesetz zu suchen hat.

Die öffentliche Wahrnehmung der "Schuldenbremse" ist aber eine ganz Andere.
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Olome Keratin
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Alt Kerzenburg, 29.07.10, 16:05 #1016
Boh, ich hab vor mehr als einem halben Jahr die Dinger alle aus der Datenbank des Bundestages rausgekramt. Das mach ich jetzt aber nicht noch mal, wenn dus lesen willst, kannst du dir die Mühe selber machen.

Bei der Schuldenbremse denke ich, dass du dich nicht richtig informiert hast, sonst würdest du sie nicht ablehnen, weil sie Keynes pur ist.
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Ysrthgrathe
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Alt Kerzenburg, 29.07.10, 18:33 #1017
Die taz-Chefredakteurin hätte übrigens gerne den Ausschnitt aus dem entsprechende Dokument zitieren dürfen. "Geht aus den Dokumenten hervor", so kann man bei dieser Textmenge alles behaupten.
Wobei ich aber nicht glaube, dass der Aufenthalt von amerikanischen Spezialeinheiten in deutschen Lagern gegen das Mandat verstößt.
Außerdem war doch schon immer klar, dass diese Spezialeinheiten anschließend Menschen töten würden. Da muss man jetzt nicht so furchtbar überrascht tuen.
Um mehr als um den Aufenthalt im deutschen Lager geht es doch gar nicht, oder?

@Gala
Wenn man extralegal beim Leo-Wörterbuch als englisches Wort übersetzen lässt, bekommt man als Ergebnis das deutsche Wort illegal.
Ströbele wollte vermutlich damit behaupten, dass solche gezielten Tötungen gesetzlich gar nicht geregelt wären (also weder legal noch illegal.)
Das wage ich aber einfach mal zu bezweifeln.

Kann mir jemand ein sinnvolles Beispiel für die Verwendung des Wortes extralegal liefern? Ist eine ehrliche Frage, keine rhetorische.
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Alt Kerzenburg, 29.07.10, 18:59 #1018
Ich glaube hier ist schon so etwas wie "außerhalb irgendeines anwendbaren Rechtes" gemeint - während rechtsfreie Räume z.B. in der Hamburger Hafenstraße von den Grünen immer gern geduldet wurde, sind sie am Hindukusch nicht so opportun (50 Ct in die Kasse für unpassende Vergleiche).

@ Darghand: Wieder mal Superbeitrag. Neben der scharfsinnigen und wirklich profunden Analyse des Problems auch so herrliche rhetorische Spitzen wie: "oder man strandet halt in den Seichtgebieten einer vulgäranthropologischen Nebelstocherei". Ein Genuss zu lesen.
Und ich gebe dir recht: Nicht zu spekulieren geht nicht. Wer sein Geld nur in Solide festverzinsliche Deutsche Staatsanleihen steckt, spekuliert auf einen stabilen Euro, moderate Inflation und niedrige Zinsen. Wer Goldbarren hortet spekuliert auf eine Geldentwertung. Man kann auch Franken, Dollar oder andere Währungen kaufen, falls man denen mehr zutraut als dem Euro. Oder eben gerade nicht. Man kann Aktienfonds aus D kaufen, weil man unserer Wirtschaft traut. Man kann Aktienfonds aus dem Euroraum kaufen, um nicht zusätzliche Wechselkursrisiken zu haben - aber die hat man sowieso, weil der Euro ja auch fallen kann.
Also kauft man international diversifiziert, gestreut auf Aktien, Fonds, Immobilien und Rohstoffe - und hofft, dass die Gewinne des einen die Verluste des anderen kompensieren, und man wenigstens kaufkraftbereinigt das Geld zurückbekommt, was man angelegt hat - und gehört damit auch zu den gierigen Zockern, die weltweit nach Rendite jagen. Und das bereits mit Abschluss irgendeines Riester-Vertrages. Denn wenn ich es nicht tue, lasse ich es andere für mich tun.
Dass jetzt alle Zinsgarantien geben, zeigt nur, dass sie alle auf Inflation wetten, und sicher sind, dass die Geldmenge nicht das Problem sein wird, um alle Verträge auszuzahlen. Was das Geld dann wirklich wert sein wird, weiß leider keiner.
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Alt Kerzenburg, 29.07.10, 19:40 #1019
Warum ist die Hafenstraße "außerhalb irgendeines anwendbaren Rechtes"?
Das wird doch höchstens fälschlicherweise so angenommen.
Rechtsfreie Räume gibt es doch eigentlich gar nicht. Wenn Gesetze nicht ordentlich durchgesetzt oder ignoriert werden, bedeutet das doch nicht, dass es sie nicht gibt.
Dann handelt man meiner Meinung nach immer noch illegal, nicht "extralegal".
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David
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Alt Kerzenburg, 29.07.10, 19:59 #1020
Wenn das Ganze 'Nebelstocherei' ist, was ist denn die alternative Erklärung ?

Bei Darghand liest sich das Ganze immer so, als würde 'das System' ein Eigenleben mit eigenen Zielen entwickeln, aber dass das bestenfalls eine nette bildhafte bzw. metaphysische Umschreibung ist, sollte doch offensichtlich sein. Am Ende haben da nur ganz normale Menschen gehandelt.

Und dann kann man doch einfach mal mutmaßen, warum die Menschen wohl so gehandelt haben wie sie es taten: Was hat wohl alle an der Entstehung der faulen Kreditpakete Beteiligten getrieben ?
Oder ganz präzise gefragt: Warum kauft jemand Wertpapiere ?
Mir fällt da nur das Wort Gewinnstreben (oder negativ: Gier) ein, was solls denn auch sonst sein ?
Niemand wurde mit vorgehaltener Waffe gezwungen diese faulen Wertpapiere zu kaufen (gab ja auch genug, dies nicht gemacht haben), und aus lauter Nächstenliebe wird das Zeug auch keiner gekauft haben. Um auf die Idee zu kommen, dass jemand, der Wertpapiere kauft, damit Gewinn machen will, muss man glaub ich nicht direkt Psychologie studiert haben.

Dass das Ganze so lange gutgehen konnte war am Ende eine Mischung aus Zufall, Egoismus (schnell noch die Papiere loswerden ehe alle merken dass die wertlos sind) und Dummheit (eben bei denen die die Papiere am Ende noch gekauft haben). Das war keine bei internationalen Treffen von Bänkern und Politikern geplante Entwicklung, genausowenig wie die Evolution einen mystischen Steuermann braucht. Sowas passiert halt einfach. In dem Fall, weil auch ohne Absprache alle Beteiligten aus verschiedenen (aber immer am Eigennutz orientierten) Gründen nicht daran interessiert sein konnten, diese Blase platzen zu lassen. Den Teufelskreis aufbrechen konnten nur die 'Opfer', die sich die Papiere haben andrehen lassen, so ists am Ende ja auch gekommen. In dem Moment, wo die Käufer gemerkt haben, was ihnen da verkauft werden soll, war der Spuk vorbei. Und wären die einfach etwas vorsichtiger gewesen, hätte man das viel früher haben können. Wenn die Käufer nicht mehr mitspielen ists auf einen Schlag völlig egal, welche noch so starken Interessen die Verkäufer, die Politik oder 'das System' an der Blase haben, dann MUSS sie platzen.

Und natürlich wird auch die nächste Krise kommen, wahrscheinlich über etwas andere Wege, aber am Ende ist das unvermeidbar. (Pure Wahrscheinlichkeisttrechnung: Das alle am Wirtschafstgeschehen Beteiligten immer genau die richtigen Entscheidungen mit genau der richtigen Balance zwischen überzogenen Gewinnerwartungen und Ineffektivität treffen werden, ist kaum vorstellbar)

Was die private Geldanlage angeht:
Man kann aber auch riskanter bzw. konservativer spekulieren bzw. anlegen. Auf halbwegs stabile Preise zu setzen ist doch deutlich weniger riskant als auf einzelne Aktien oder Zertifikate zu wetten. Letzteres sollte sich für Privatanleger eigentlich von selbst verbieten.

Und diese Risikostreuung macht für den normalen Anleger glaub ich auch nicht unbedingt Sinn. Um das selber zu managen muss man derart viel Zeit aufwenden, dass man am Ende mit nem Putzjob in derselben Zeit unter Umständen mehr verdient hat als mit 2% mehr Rendite.
(Wenn man soviel Geld hat, dass jedes Prozent richtig was ausmacht hat man eh keine Geldprobleme mehr, warum sich dann also künstlich welche machen, indem man sein Geld weltweit auf zig verschiedene Analgen verteilt ? )

Was die Banken dann mit dem angelegtem Geld machen ist ne andere Frage. Wie gesagt sehe ich den größten Mangel hier darin dass Banken, die zu hohe Risiken eingehen nicht vom Markt aussortiert werden können, weil der Staat sie dann retten muss. Hier müsste man ganz klar definieren was überhaupt systemrelevante Aufgaben der Banken sind und dann Wege finden diese im Fall einer Pleite auf den Staat oder andere Banken zu verteilen ohne die Pleite-Bank selbst retten zu müssen. Ohne die Möglichkeit bei falschen Entscheidungen pleite zu gehen und an weiteren falschen Entscheidungen gehindert zu werden funktioniert die Marktwirtschaft nicht. (lustigerweise schon wieder ne Parelle zur Evolution, schlechte Unternehmen zu retten ist in etwa so sinnvoll und preiswert wie Reptilien in Grönland züchten zu wollen)
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Geändert von David (29.07.10 um 20:48 Uhr).
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Alt Kerzenburg, 29.07.10, 21:04 #1021
Na ja, mal ein kurzer Einwurf, obwohl ich mich mit Wirtschaftswissenschaft nicht besonders auskenne.
Wir messen das Wirtschaftswachstum doch in Prozent, also als relative Veränderung zum Vorjahr. Außerdem ist das Geschrei und die Panik riesengroß, wenn man in die Nähe von 0% oder gar ins Minus kommt.
Dazu muss man sich einfach mal klarmachen:

Offensichtlich wird es als völlig selbstverständlich und problemlos angesehen, dass das ewiges exponentielles Wachstum bedeutet!

Sogar exponentielles Wachstum ist unserer Regierung offenbar noch nicht genug, wir brauchen beschleunigtes exponentielles Wachstum. (Gesetz zur Beschleunigung des Wirtschaftswachstums)
Bei allen anderen Dingen finden die Menschen ein derartiges unbegrenztes Wachstum völlig verrückt, nur bei der Geldmenge und bei der Wirtschaft wird das als absolut normal angesehen.
Insofern ist 'das System' meiner Meinung nach schon das Problem. Selbst wenn man als Mensch innerhalb dieses Systems absolut vernünftige Entscheidungen trifft, kann das auf lange Sicht nicht funktionieren.

@David
Gewinnstreben ist doch praktisch das wichtigste Charakteristikum und der Antrieb 'des Systems', ausgerechnet da soll nur ein abschaffbares Problem mit einigen wenigen gierigen Zockern vorliegen?
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David
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Alt Kerzenburg, 29.07.10, 21:18 #1022
Von abschaffbar war nicht die Rede, ganz ohne 'Gier' gehts ja auch nicht. Wenn sich alle zurücklegen wenns nur genug zu futtern gibt, hat man eben auch nur genug zu futtern und sonst nix.

Aber die Beteiligten könnten durchaus lernen ihre Gier soweit zu zügeln, dass sie sich gründlich über ihre Geldanlage sowie deren Risiken und Chancen informieren. Hätten die Käufer der verbrieften US-Hypotheken das besser gemacht, wäre die Blase viel früher und damit schmerzfreier geplatzt bzw. erst gar nicht richtig entstanden.

Und 'einige wenige' passt glaub ich auch nicht, es gab ja mehr als genug Beteiligte auf allen Ebenen von der Vergabe der Hypotheken-Darlehen bis hin zu den letzten Käufern der daraus entstandenen Wertpapiere.
Im weiteren Sinne gehören auch die Aktionäre der Banken dazu, die sich auch nicht wirklich dafür interessiert haben, ob die kurzfristigen Gewinne seriös waren.

Und die Politiker hatten wahrscheinlich auch nix dagegen dass die Wirtschaft brummt, wenn sie überhaupt verstanden haben, dass das teilweise nur durch eine Blase zustande gekommen ist. Ich hab nichtmal jetzt den Eindruck, dass allen klar ist, dass wir eigentlich zum größten Teil nur etwas verloren haben, was es ohne die Blase nie gegeben hätte. Insofern ist die Krise für mich auch nicht direkt der Untergang des Abendlandes, zB das strukturelle Dauerproblem der Staatsfinanzen macht mir größere Sorgen.

PS.:
Wenn alle Menschen plötzlich vernünftig werden haben wir ein anderes System, dass sich aber immer noch Marktwirtschaft nennen würde.

Das, was wir als System sehen ist nur das Ergebnis von ein paar Mrd. Einzelhandlungen jeden Tag. Innerhalb der Marktwirtschaft kann man sich sowohl vernünftig als auch unvernünftig (nach beliebigen Definitionen von 'vernünftig') verhalten, diese Freiheit macht das System im Vergleich zu den praktisch erprobten Alternativen (in denen einige wenige festlegen was vernünftig ist) ja gerade so attraktiv. Man kann theoretisch auch alle Überschüsse für Entwicklungsprojekte spenden (und damit das Problem der Geldanlage ganz vermeiden), die es dann in Nahrung und Unterkünfte investieren, ist alles erlaubt.

Marktwirtschaft muss nicht zwangsläufig dazu führen, dass die Leute auf die letzten 0,1% Rendite schielen, solange ein Unternehmen Gewinne erwirtschaftet ist eigentlich alles in bester Ordnung (siehe den Erfolg von Familienunternehmen ohne Aktionäre), genauso wie auch Privatanleger ohne Rendite aufs Ersparte problemlos leben könnten. Marktwirtschaft ist ja erstmal nur freie Preisfindung für Güter und Dienstleistungen, im Gegensatz zB zu staatlich festgelegten Preisen. Also eher ein Nicht-System, das sich auch in den wichtigeren Gesetzen nur in Form von Vertragsfreiheit und Sicherheit des Eigentums wiederfindet. Die gesetzlichen Rahmenbedingungen (="das System") lassen da sehr viel Spielraum für alle möglichen Verhaltensweisen.

Dass die (Narren)freiheit dann eben doch gelegentlich solche Blüten treibt sagt glaub ich mehr über die Menschen als über die von ihnen geschaffene Wirtschaft aus. (Wobei ich persönlich den Eindruck hab, dass wenigstens der 'Börsenwahn der kleinen Leute' in Deutschland Ende der 90er schlimmer war als heute, damals wurde man ja fast schon schief angeschaut wenn man sich keine T-Aktien geordert hatte.. )

Geändert von David (29.07.10 um 22:17 Uhr).
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Gala
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Alt Kerzenburg, 30.07.10, 16:04 #1023
  1. Prof Dr. (Un-)Sinn vom IFO Institut hat mal wieder zugeschlagen.
    Zitat:
    Wenn die Heidi Klum des deutschen Ökonomiegewerbes mal wieder irgendwo spricht,
    OMG Manche Leute wissen einfach, wie man sich pointiert ausdrückt. Das ist gleichzeitig furchtbar beleidigend aber auch so total treffend.

    Zitat:
    dann taugt das Ergebnis zur lehrreichen und unterhaltsamen Lektüre. [...]
    Ok, der zweite Teil des Satzes ist eher nicht zutreffend. Meist wunder ich mich eher, wie der Mensch an seinen Doktortitel gekommen ist. So zum Bleistift diese Aussage:
    Zitat:
    Sinn: Also, diese Aussage halte ich für falsch, die Sie jetzt gerade gemacht haben. Wir brauchen nicht den Konsum oder den Export, um eine Binnenkonjunktur zu haben. Sie vergessen die Investition.


    Ich meine, im Grunde parodiert er hier die gute alte Annahme der Angebotsökonomie, zu der der Neoliberalismus ja gezählt werden muß, das man sich um den Konsum nicht kümmern muß, solange die Investitionen stimmen. Da er aber kein Kabarettist ist, sondern sich eigentlich ernsthaft zum Thema äußern sollte, ist nicht nachzuvollziehen, wieso er diese bekannte Aussage dazu steigern will das Konsum gleich ganz völlig irrelevant sei, also es auch egal ist, ob Konsum überhaupt stattfindet. Wie ohne Konsum dann aus Investitionen Profite werden sollen, ist natürlich schleierhaft. Investitionen, die keinen Konsum verursachen, würden ja für die Lagerhalle produzieren.

    Er relativiert diese Aussage auch im folgenden nicht mehr:
    Zitat:
    Die Investitionsgüternachfrage nach Gütern aus laufender Produktion – also Bauleistungen, Maschinenausrüstungen – sind ein erheblicher Teil der gesamtwirtschaftlichen Nachfrage. Und dieser Teil hat in Deutschland in der Vergangenheit gefehlt. Ich sagte vorhin schon: Deutschland hatte die niedrigste Nettoinvestitionsquote von Mitte der 90er-Jahre bis jetzt von allen OECD-Ländern. Da müssen wir besser werden. Da sind wir bei der alten Standortsqualitätsfrage: Wenn es sich wieder lohnt, im Inland Arbeitsplätze zu schaffen, statt im Ausland, dann wird eben auch dieses Stück Binnenkonjunktur wieder aktiviert.

  2. Scheint ein "Politik kann auch Spass machen" Tag zu werden heute. Noch so ein lustiger Beitrag:
    Zitat:
    Die Energiesteuerpläne der Bundesregierung haben die Lobbyverbände zu ungewohnt lautstarkem Protest veranlasst. "Entsetzen" und "Fassungslosigkeit" hat den Bundesverband der Deutschen Industrie erfasst; andere Verbände reagieren kaum weniger drastisch. Das Hauptargument aller Gegner der Reform lautet, der Plan gefährde "die Existenz unserer Unternehmen am Standort Deutschland".
    Soweit die Lobby.

    Zitat:
    Die Behauptung, Deutschland werde nahezu deindustrialisiert, wenn Schäuble sich durchsetzt – ein Argument, das gerne und häufig strapaziert wird, wenn es gilt, Privilegien zu verteidigen – ist jedenfalls nicht zu begründen. Weder sind alle deutschen Unternehmen energieintensiv, noch stehen alle deutschen Unternehmen im internationalen Wettbewerb. Erst recht sind nicht alle energieintensiven Unternehmen internationaler Konkurrenz ausgesetzt. Und überhaupt unterliegen die energieintensivsten Industrieprozesse gar nicht der Ökosteuer. Das ist heute nicht so, und es soll auch in Zukunft nicht so sein.
    Das nenne ich mal eine vernichtende Antwort

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Geändert von Gala (30.07.10 um 17:03 Uhr).
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Alt Kerzenburg, 30.07.10, 23:24 #1024
Georg Schramm's neuestes Meisterwerk

Herrlich. Das verlangt auch nach einem eigenen Posting.

Bei Thomas von Aquin hat er sich aber vertan, der Gute lebte im 13. Jahrhundert. Wenn das nur 6 Jahrhunderte vorbei wäre, lebten wir also noch im 19. ... aber naja, ist ja nicht so wichtig.
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Alt Kerzenburg, 01.08.10, 11:08 #1025
Um auch noch mal andere Bereich außer dem "Andere-Welten-Forum" zu beleben, hier ein Interview mit Cornelia Yzer in der FR. Frau Yzer ist Geschäftsführerin des Verbandes Forschender Pharmaunternehmen. Die Positionen, die sie in dem Interview vertritt, sind also wenig überraschend!

Dabei stimme ich durchaus zu, dass die Forschung an innovativen Arzneistoffen teuer und risikoreich ist und somit echte Innovationen ihren Preis auch wert sind. Wie diese Innovationen aber bewertet werden sollen und ob es sich wirklich auch immer um Innovationen handelt, ist eine andere Frage, die auch Frau Yzer nicht beantwortet.
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Irgendwo, irgendwie zwischen hier und da!

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